Ton und Stil im Prompt steuern: So klingt KI nach Ihnen
Ton und Stil im Prompt zu steuern ist der Schlüssel dazu, dass KI-Texte nicht nach KI klingen. Ohne Vorgaben schreiben Sprachmodelle in einem freundlich-neutralen Einheitston mit vielen Aufzählungen und bekannten Floskeln. Mit klaren Angaben zu Tonalität, Satzbau und Wortwahl sowie mit eigenen Beispieltexten kommen Sie deutlich näher an Ihren eigenen Stil.
Warum Adjektive allein nicht reichen
Vorgaben wie „locker“, „professionell“ oder „modern“ versteht jeder anders, auch ein Sprachmodell. Wirksamer sind beobachtbare Merkmale:
- Anrede: Du oder Sie, direkte Ansprache oder unpersönlich.
- Satzlänge: „Meist unter 15 Wörtern, ab und zu ein längerer Satz.“
- Wortwahl: Fachbegriffe erlaubt oder erklären, Anglizismen ja oder nein.
- Struktur: Fließtext statt Aufzählungen, wenige Zwischenüberschriften.
- Haltung: nüchtern, meinungsstark, vorsichtig abwägend.
Eine Stilbeschreibung als Vorlage
Stil:
- Sie-Form, direkte Ansprache, aktive Verben
- kurze Sätze, Absätze mit höchstens 4 Sätzen
- konkrete Beispiele statt allgemeiner Aussagen
- keine Ausrufezeichen, keine Superlative
- nicht verwenden: "spannend", "nahtlos", "in der heutigen Zeit",
"zusammenfassend lässt sich sagen"
- Fließtext, Aufzählungen nur bei echten Listen
Eine Liste verbotener Wörter hilft, sollte aber kurz bleiben. Besser wirken positive Vorgaben, was stattdessen gewünscht ist; mehr dazu im Ratgeber Negative Anweisungen im Prompt.
Mit Stilbeispielen arbeiten
Am zuverlässigsten überträgt sich ein Stil durch Beispiele. Geben Sie zwei oder drei eigene Texte mit, die Ihnen gefallen, und schreiben Sie dazu:
Übernimm Tonfall, Satzlänge und Aufbau aus den Texten in
<beispiele>. Übernimm keine Inhalte oder Formulierungen daraus.
Die Beispiele sollten zum neuen Text passen: Für einen Newsletter taugen frühere Newsletter, nicht die Datenschutzerklärung. Wer mag, lässt sich aus den Beispielen auch zunächst eine Stilbeschreibung erstellen und nutzt diese dauerhaft. Das Prinzip erklärt der Ratgeber Few-Shot-Prompting.
Rolle und Zielgruppe nutzen
Auch die Rolle prägt den Ton: Eine „erfahrene Steuerberaterin, die Mandanten beruhigt“ schreibt anders als ein „Werbetexter“. Noch wichtiger ist die Zielgruppe. „Für Auszubildende im ersten Jahr“ beeinflusst Wortwahl und Erklärtiefe stärker als jede Stilregel. Rollen-Prompts erstellt der Rollen-Prompt-Generator; Hintergründe stehen im Ratgeber Rollen-Prompting.
Stil dauerhaft festlegen
Damit Sie die Stilvorgaben nicht jedes Mal neu eintippen, lassen sie sich in den meisten Chat-Diensten dauerhaft hinterlegen, etwa in persönlichen Anweisungen, Projekten oder eigenen Assistenten. Im Team empfiehlt sich ein gemeinsamer Stilblock, den alle in ihre Prompts kopieren, damit Texte einheitlich klingen.
Für verschiedene Textsorten lohnen sich getrennte Stilblöcke: Ein Newsletter darf persönlicher klingen als ein Angebot, eine Stellenanzeige anders als eine Pressemitteilung. Ein gemeinsamer Kern, etwa Anrede und Wortliste, bleibt dabei gleich, damit alle Texte erkennbar von Ihnen stammen.
Ergebnis prüfen
Ob der Text Ihren Vorgaben entspricht, lässt sich teilweise messen. Lesbarkeit prüfen bewertet die Verständlichkeit, Satzlänge prüfen zeigt zu lange Sätze, und der KI-Floskel-Finder markiert typische Wendungen. Was danach noch fehlt, ist meist der eigene Feinschliff: ein persönliches Beispiel, eine klare Meinung, ein Satz, den nur Sie so schreiben würden. Weitere Hinweise gibt der Ratgeber KI-Texte überarbeiten.
Erstellt mit Unterstützung von KI, geprüft und redaktionell verantwortet von Leon Blatz. Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.