Gute Prompts schreiben: Was einen Prompt wirklich besser macht
Wer gute Prompts schreiben will, sollte eines wissen: Die Qualität einer KI-Antwort hängt stark davon ab, wie klar die Aufgabe gestellt ist. Das ist keine Magie, sondern dieselbe Regel wie bei einem Auftrag an einen neuen Kollegen: Wer weiß, was gewünscht ist, liefert Besseres. Hier sind die Bestandteile, die in fast jedem guten Prompt stecken.
Die fünf Bausteine
1. Aufgabe
Was genau soll entstehen? „Schreibe eine E-Mail“ ist schwach, „Schreibe eine Absage auf eine Bewerbung, höflich, drei Absätze“ ist stark. Ein Verb und ein konkretes Ergebnis.
2. Kontext
Wer sind Sie, für wen ist das Ergebnis, worum geht es? Modelle wissen nichts über Ihre Situation. Zwei Sätze Hintergrund ersparen eine Antwort, die an der Sache vorbeigeht.
3. Material
Der Text, die Daten, der Code, um den es geht. Klar abgetrennt vom Rest, zum Beispiel durch eine Leerzeile und eine Überschrift wie „Text:“. Das Modell soll nicht raten müssen, wo die Anweisung aufhört und das Material beginnt.
4. Form
Länge, Sprache, Ton, Struktur. „Maximal 150 Wörter“, „als Tabelle“, „in einfacher Sprache“, „ohne Einleitung“. Formvorgaben sparen außerdem Tokens, weil das Modell nicht ausschweift.
5. Grenzen
Was darf nicht passieren? „Erfinde keine Zahlen“, „ändere den Inhalt nicht“, „wenn etwas unklar ist, frage nach, statt zu raten“. Diese Zeilen verhindern die häufigsten Fehler.
Häufige Fehler
- Mehrere Aufgaben in einem Prompt. Korrigieren, kürzen und übersetzen gleichzeitig führt zu Kompromissen bei allen dreien. Lieber nacheinander.
- Fragen statt Anweisungen. „Kannst du vielleicht …?“ ist nicht falsch, aber unnötig. Direkte Anweisungen sind kürzer und eindeutiger.
- Vage Qualitätswörter. „Gut“, „professionell“, „ansprechend“ bedeuten für jeden etwas anderes. Beschreiben Sie, was Sie damit meinen.
- Fehlende Beispiele bei Formatwünschen. Soll die Ausgabe eine bestimmte Struktur haben, zeigen Sie ein kurzes Beispiel. Das wirkt besser als jede Beschreibung.
- Zu viel auf einmal. Zwanzig Regeln im Prompt werden nicht alle gleich beachtet. Konzentrieren Sie sich auf die fünf, die zählen.
Rollen und Tricks
„Du bist ein erfahrener Steuerberater“ hilft ein wenig, weil es den Ton und das Fachniveau setzt. Es ersetzt aber keine konkrete Aufgabenstellung und macht das Modell nicht fachlich zuverlässiger. Formulierungen wie „Denk Schritt für Schritt“ waren bei älteren Modellen nützlich; aktuelle Modelle überlegen ohnehin, bevor sie antworten. Was dauerhaft wirkt, sind klare Angaben, gutes Material und Grenzen.
Prüfen und nachsteuern
Die erste Antwort ist ein Entwurf. Lesen Sie sie kritisch, besonders Zahlen, Namen und Behauptungen. Dann steuern Sie nach: „Kürzer“, „den zweiten Absatz sachlicher“, „die Zahl im dritten Punkt stimmt nicht, bitte prüfen“. Diese kurzen Korrekturen sind billiger und besser als ein neuer, noch längerer Prompt.
Vorlagen sinnvoll nutzen
Unsere Prompt-Vorlagen folgen genau diesem Aufbau: Aufgabe, Kontext, Material, Form und Grenzen, mit Platzhaltern für Ihre Angaben. Sie sind ein Startpunkt. Passen Sie sie an, wenn Sie merken, was in Ihrem Fall fehlt, und speichern Sie sich die Variante, die funktioniert.
Erstellt mit Unterstützung von KI, geprüft und redaktionell verantwortet von Leon Blatz. Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.