KI im Marketing: Aufgaben, Arbeitsabläufe und Grenzen
KI im Marketing lohnt sich vor allem dort, wo viele Varianten, Entwürfe und Auswertungen anfallen. Sprachmodelle schreiben in Sekunden zehn Betreffzeilen, fassen Umfrageergebnisse zusammen oder passen einen Text für verschiedene Kanäle an. Die Strategie, die Markenstimme und die Freigabe bleiben aber Aufgabe des Teams.
Typische Aufgaben, bei denen KI hilft
- Ideen und Varianten: Kampagnenideen, Claims, Überschriften und Betreffzeilen in vielen Versionen.
- Kanalanpassung: Aus einem Blogartikel einen Newsletter-Teaser, einen LinkedIn-Post und eine Anzeige machen.
- Recherche und Zielgruppen: Personas aus vorhandenen Kundendaten verdichten, Einwände sammeln, Fragen aus Kundenmails gruppieren.
- Auswertung: Freitextantworten aus Umfragen clustern, Kampagnenberichte zusammenfassen.
- Übersetzung und Lokalisierung: Texte für andere Märkte vorbereiten, die dann von Muttersprachlern geprüft werden.
Ein Ablauf, der Qualität sichert
- Briefing schreiben: Ziel, Zielgruppe, Kanal, Tonalität, verbotene Formulierungen und ein bis zwei Beispieltexte aus Ihrer Marke.
- Varianten erzeugen lassen: lieber fünf unterschiedliche Ansätze als einen perfekten Text.
- Auswählen und überarbeiten: Ein Mensch entscheidet, welcher Ansatz passt, und schärft ihn nach.
- Prüfen: Fakten, Preise, Produktaussagen und Rechtliches (Werbeaussagen, Gesundheitsversprechen) gegen die Quelle prüfen.
- Testen: Betreffzeilen und Anzeigen im A/B-Test vergleichen, nicht nach Bauchgefühl.
Ein Beispiel für ein Briefing im Prompt:
Du schreibst für eine Bio-Bäckerei aus Freiburg.
Zielgruppe: Berufstätige, 30 bis 50 Jahre.
Aufgabe: 8 Betreffzeilen für den Newsletter zur neuen Dinkel-Reihe.
Ton: freundlich, konkret, keine Ausrufezeichen, keine Superlative.
Maximal 45 Zeichen je Betreffzeile.
Die Vorschläge lassen sich anschließend im Betreffzeilen-Tester auf Länge und typische Spam-Wörter prüfen.
Austauschbare Texte vermeiden
Das größte Risiko ist nicht ein falscher Satz, sondern Beliebigkeit. Wenn alle Wettbewerber dieselben Modelle mit denselben Prompts nutzen, klingen die Texte gleich. Gegenmittel: eigene Daten, echte Kundenstimmen, konkrete Zahlen aus dem Unternehmen und ein klarer Stilleitfaden. Typische KI-Wendungen findet der KI-Floskel-Finder. Wie Sie Entwürfe gezielt nachbearbeiten, beschreibt der Ratgeber KI-Texte überarbeiten.
SEO, Social Media und Bilder
Für Suchmaschinen zählt, ob ein Text hilfreich ist, nicht, wer ihn geschrieben hat. Massenhaft erzeugte Seiten ohne eigenen Mehrwert schaden eher. Mehr dazu im Ratgeber KI-Texte und SEO. Für Posts gibt es eigene Tipps unter Social-Media-Posts mit KI. Bei KI-Bildern sollten Sie prüfen, ob die Nutzung kommerziell erlaubt ist und ob realistische Darstellungen von Personen oder Ereignissen gekennzeichnet werden müssen.
Recht und Daten
Kundendaten aus dem CRM gehören nur in Dienste mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten der KI-Verordnung, unter anderem für täuschend echte Bilder und Videos (Deepfakes). Einen Überblick gibt der Ratgeber KI-Kennzeichnungspflicht. Das ist keine Rechtsberatung; bei Kampagnen mit Risiko lohnt eine juristische Prüfung.
Werkzeuge und Kosten
Für die meisten Marketing-Teams genügt zum Start ein Business-Abo eines großen Anbieters pro Person. Wer viele Texte automatisiert erzeugt, etwa Produktbeschreibungen für einen Shop, arbeitet besser über die API und rechnet die Kosten vorab mit dem Kostenrechner durch. Wiederkehrende Aufgaben wie Newsletter-Einleitungen oder Anzeigentexte sollten als gemeinsame Prompt-Vorlagen abgelegt werden, damit alle im Team mit derselben Markenstimme arbeiten. Messen Sie nach einigen Wochen, wie viel Zeit pro Kampagne tatsächlich gespart wird und ob die Ergebnisse (Öffnungsraten, Klicks) mithalten. So entscheiden Sie auf Basis von Zahlen, wo sich KI lohnt und wo der Aufwand für Prüfung und Nacharbeit den Vorteil auffrisst.
Erstellt mit Unterstützung von KI, geprüft und redaktionell verantwortet von Leon Blatz. Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.