Prompt-Aufbau: So strukturieren Sie einen guten Prompt
Ein klarer Prompt-Aufbau macht Antworten von Sprachmodellen berechenbarer. Statt alle Wünsche in einen langen Satz zu packen, teilen Sie den Prompt in feste Bausteine: Rolle, Aufgabe, Kontext, Vorgaben, Ausgabeformat und bei Bedarf Beispiele. So vergessen Sie nichts, und das Modell erkennt, was wichtig ist.
Die sechs Bausteine eines Prompts
- Rolle: aus welcher Perspektive das Modell antwortet („Du bist erfahrene Personalreferentin“). Optional, aber hilfreich für Ton und Fachniveau.
- Aufgabe: was genau zu tun ist, möglichst mit einem eindeutigen Verb.
- Kontext: Hintergrund, Zielgruppe, Zweck, vorhandenes Material.
- Vorgaben: Länge, Stil, Dinge, die vorkommen oder fehlen sollen.
- Ausgabeformat: Liste, Tabelle, Abschnitte mit Überschriften, JSON.
- Beispiele: ein bis drei Muster, wenn ein bestimmter Stil getroffen werden soll.
Eine Prompt-Vorlage zum Kopieren
Rolle: Du bist Redakteur für einen Fachblog über Steuern.
Aufgabe: Schreibe eine Einleitung für einen Artikel über die Pendlerpauschale.
Kontext: Leser sind Angestellte ohne Steuerwissen. Der Artikel erklärt,
wie man die Pauschale in der Steuererklärung angibt.
Vorgaben: 80 bis 100 Wörter, Sie-Form, keine Fachbegriffe ohne Erklärung.
Format: ein Absatz, danach drei Stichpunkte, was der Artikel behandelt.
Material:
<notizen>
...hier Ihre Stichpunkte...
</notizen>
Die Beschriftungen wie „Rolle:“ oder „Format:“ sind kein Muss, helfen aber Ihnen und dem Modell. Längeres Material grenzen Sie am besten mit Tags ab; warum das sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber zu XML-Tags im Prompt.
Die richtige Reihenfolge
Für kurze Prompts gilt: Aufgabe zuerst, dann Details. Bei langen Prompts mit viel Material, etwa einem ganzen Vertrag oder Bericht, hat sich eine andere Struktur bewährt: erst das Material, dann die Aufgabe und die Vorgaben am Ende. Das Modell liest die eigentliche Frage dann unmittelbar vor der Antwort. Einige Anbieter empfehlen dieses Vorgehen ausdrücklich für lange Dokumente.
Wiederholen Sie bei sehr langen Prompts die wichtigste Anweisung am Schluss kurz, zum Beispiel: „Denke daran: höchstens 150 Wörter.“
Wie viel Struktur ist nötig?
Nicht jede Frage braucht sechs Bausteine. Eine schnelle Faktenfrage kommt mit einem Satz aus. Struktur lohnt sich, wenn
- der Prompt wiederholt genutzt wird, etwa als Vorlage im Team,
- das Ergebnis weiterverarbeitet wird, etwa in einer Tabelle oder Software,
- die erste Antwort mehrfach nachgebessert werden musste.
Zur Länge selbst gibt der Ratgeber Wie lang sollte ein Prompt sein? Orientierung. Für Prompts, die dauerhaft im Hintergrund laufen, gelten eigene Regeln, siehe Systemprompt schreiben.
Prüfliste vor dem Absenden
- Ist die Aufgabe in einem Satz verständlich?
- Weiß das Modell, für wen das Ergebnis ist?
- Ist das Ausgabeformat eindeutig beschrieben?
- Steht drin, was bei fehlenden Informationen passieren soll?
- Widersprechen sich zwei Vorgaben?
Der Prompt-Prüfer sieht Ihren Entwurf auf solche Lücken durch. Wer die Bausteine lieber geführt zusammensetzt, nutzt den Prompt-Baukasten.
Ein letzter Tipp: Speichern Sie Prompts, die gut funktioniert haben, mit einem kurzen Vermerk, wofür sie gedacht sind. Nach einigen Wochen entsteht so eine kleine Sammlung, aus der Sie neue Prompts schnell zusammensetzen. Ändern Sie dann nur den Kontext und die Aufgabe, während Rolle, Vorgaben und Format oft gleich bleiben können.
Erstellt mit Unterstützung von KI, geprüft und redaktionell verantwortet von Leon Blatz. Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.