KI und Barrierefreiheit: Chancen, Pflichten und Grenzen

2 Min. LesezeitStand 08.10.2026Mit KI erstellt · redaktionell geprüft

KI und Barrierefreiheit hängen auf zwei Arten zusammen: KI kann helfen, Inhalte zugänglicher zu machen, etwa durch Alt-Texte, Untertitel oder einfache Sprache. Gleichzeitig müssen KI-Anwendungen wie Chatbots selbst barrierefrei sein, wenn sie Teil eines Angebots sind, für das gesetzliche Anforderungen gelten. Dieser Überblick ersetzt keine Rechtsberatung.

Der rechtliche Rahmen

Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Es setzt den European Accessibility Act um und verlangt für bestimmte Produkte und Dienstleistungen Barrierefreiheit, darunter Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, also viele Onlineshops, sowie Bankdienstleistungen, E-Books und Personenbeförderung. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme sind bei Dienstleistungen ausgenommen. Für öffentliche Stellen gelten eigene Vorschriften zur barrierefreien Informationstechnik.

Auch die KI-Verordnung greift das Thema auf: Anbieter von Hochrisiko-KI müssen die EU-Anforderungen an Barrierefreiheit erfüllen, und die Hinweise nach Art. 50, etwa zur Kennzeichnung von KI-Inhalten, müssen barrierefrei gestaltet sein.

Chatbots barrierefrei gestalten

Ist ein KI-Chatbot Teil eines Onlineshops oder Kundenportals, das unter das BFSG fällt, sollte er wie der Rest des Angebots zugänglich sein. Bewährte Kriterien orientieren sich an den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG):

  • vollständig per Tastatur bedienbar, mit sichtbarem Fokus,
  • mit Screenreadern nutzbar: neue Antworten werden angesagt, Schaltflächen sind beschriftet,
  • ausreichende Kontraste und skalierbare Schrift,
  • keine Zeitlimits, die Eingaben abbrechen,
  • verständliche Antworten, auf Wunsch in einfacher Sprache,
  • ein alternativer Kontaktweg zu einem Menschen.

Ein Chatbot darf außerdem nicht der einzige Weg zu wichtigen Informationen sein, wenn er selbst Barrieren hat. Grundlagen zum Aufbau stehen in KI-Chatbot für die Website.

KI als Werkzeug für mehr Barrierefreiheit

  • Alt-Texte: Multimodale Modelle beschreiben Bilder in Sekunden. Die Beschreibung muss aber zum Zweck des Bildes passen und geprüft werden; der Alt-Text-Prüfer zeigt typische Schwächen.
  • Einfache und Leichte Sprache: KI kann Texte vereinfachen. Ob das Ergebnis wirklich verständlich ist, hilft der Prüfer für einfache Sprache einzuschätzen. Leichte Sprache folgt eigenen Regeln und sollte von Prüfgruppen getestet werden.
  • Untertitel und Transkripte: Spracherkennung erzeugt Untertitel für Videos und Mitschriften von Veranstaltungen. Fachbegriffe und Namen müssen nachkorrigiert werden.
  • Code-Prüfung: KI-Assistenten finden fehlende Beschriftungen oder falsche Überschriftenhierarchien im Quelltext.

Grenzen von KI bei der Barrierefreiheit

Automatische Lösungen ersetzen keine Prüfung. Ein Overlay-Werkzeug, das eine Website per KI „barrierefrei machen“ soll, behebt strukturelle Probleme im Code in der Regel nicht. Fehlerhafte Alt-Texte oder falsch vereinfachte Inhalte können sogar neue Barrieren schaffen, etwa wenn wichtige Informationen verloren gehen. Testen Sie Ihr Angebot deshalb auch mit echten Hilfsmitteln wie Screenreadern und beziehen Sie, wenn möglich, Menschen mit Behinderungen ein.

Prompt für bessere Alt-Texte

Beschreibe dieses Produktbild als Alt-Text für einen Onlineshop.
Maximal 125 Zeichen. Nenne Produktart, Farbe und Besonderheit.
Beginne nicht mit „Bild von“. Erfinde keine Details,
die im Bild nicht zu sehen sind.

Die 125 Zeichen sind eine verbreitete Faustregel, keine gesetzliche Vorgabe. Wichtiger ist, dass der Alt-Text die Information vermittelt, die das Bild im Zusammenhang trägt.

Erstellt mit Unterstützung von KI, geprüft und redaktionell verantwortet von Leon Blatz. Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.

Alt-Text-PrüferBildbeschreibungen auf Länge, Dateinamen und Stichwort-Häufung prüfen.
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