US-Verteidigungsministerium nutzt Claude nach eigenen Angaben nicht mehr
Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums hat der BBC am 5. Oktober mitgeteilt, das Ministerium habe die Nutzung von Anthropic-Produkten eingestellt. Damit soll ein seit Februar laufender Ausstieg abgeschlossen sein.
Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte Anthropic im Februar als Risiko für die Lieferkette eingestuft. Anlass war nach Berichten, dass das Unternehmen sich weigerte, Schutzvorkehrungen gegen den Einsatz bei autonomen Waffen und bei massenhafter Überwachung im Inland aufzugeben. Für den Ausstieg galt eine Frist von sechs Monaten, die eigentlich Ende August ablief.
Ganz eindeutig ist die Lage nicht: Mehrere Quellen sagten der BBC, Claude sei noch in der Vorwoche über das System Maven Smart System von Palantir genutzt worden. Fachleute weisen darauf hin, dass sich einmal eingebaute KI-Werkzeuge nur mühsam aus laufenden, teils geheimen Abläufen entfernen lassen.
Der Fall zeigt, wie stark politische Entscheidungen inzwischen die Wahl von KI-Anbietern beeinflussen. Für zivile Kunden in Europa ändert sich durch die Entscheidung nichts; Claude ist weiter über Anthropic und die großen Cloud-Anbieter verfügbar.
Der Fall zeigt, wie riskant die Abhängigkeit von einem einzigen KI-Anbieter sein kann. Wer Anwendungen so baut, dass sich das Modell austauschen lässt, bleibt beweglich. Welche Modelle sich als Ersatz eignen und was sie kosten, zeigen der Modell-Finder und der KI-Kostenrechner.
Quellen
Eigene Zusammenfassung auf Grundlage der genannten Quellen, erstellt mit Unterstützung von KI, geprüft und redaktionell verantwortet von Leon Blatz. Illustration: Tokenlabor, per Programm gezeichnet, kein KI-Bild.


