Pressemitteilungen mit KI schreiben: Aufbau, Fakten, Prüfung

2 Min. LesezeitStand 08.10.2026Mit KI erstellt · redaktionell geprüft

Pressemitteilungen mit KI zu schreiben ist naheliegend, denn die Textsorte folgt festen Regeln: Nachricht zuerst, W-Fragen beantworten, sachlicher Ton. Genau diese Regeln beherrschen Sprachmodelle gut. Schwierig wird es bei den Inhalten: Zahlen, Namen und Zitate müssen stimmen, und eine Pressemitteilung voller Werbesprache landet bei Redaktionen im Papierkorb.

Gibt es überhaupt eine Nachricht?

Bevor Sie schreiben, prüfen Sie die Frage, die sich jede Redaktion stellt: Was ist neu, und warum interessiert das Leser? Ein neues Produkt, eine Eröffnung, eine Studie mit eigenen Zahlen, eine Personalie, ein Jubiläum mit Geschichte. Die KI kann helfen, den Nachrichtenkern herauszuarbeiten: „Formuliere aus diesen Informationen die Nachricht in einem Satz.“ Gelingt das nicht, fehlt meist die Nachricht.

Aufbau einer Pressemitteilung

  1. Überschrift: sachlich, mit der Nachricht, keine Werbesprache.
  2. Vorspann: Wer, was, wann, wo in zwei bis drei Sätzen.
  3. Hauptteil: Wie und warum, Hintergründe, Zahlen.
  4. Zitat: eine Einordnung durch eine verantwortliche Person.
  5. Abschluss: Informationen zum Unternehmen, Pressekontakt.

Prompt-Vorlage

Schreibe eine Pressemitteilung, höchstens 350 Wörter.
Fakten (nur diese verwenden, nichts ergänzen):
- Bäckerei Schmitt eröffnet am 15. November 2026 eine zweite
  Filiale in der Hauptstraße 12, Musterstadt
- 6 neue Arbeitsplätze, davon 2 Ausbildungsplätze
- Sortiment mit Schwerpunkt Sauerteigbrot
Aufbau: Überschrift, Vorspann mit W-Fragen, Hauptteil,
Platzhalter [ZITAT] für ein Zitat der Inhaberin, Kurzporträt.
Stil: nachrichtlich, dritte Person, keine Superlative.

Zitate nicht erfinden lassen

Zitate in Pressemitteilungen werden von Redaktionen oft wörtlich übernommen. Ein von der KI formuliertes Zitat, das die zitierte Person nie freigegeben hat, ist ein Problem. Lassen Sie deshalb einen Platzhalter setzen oder einen Vorschlag erstellen, den die Person liest, anpasst und ausdrücklich freigibt. Gute Zitate enthalten eine Einordnung oder Meinung, keine Wiederholung der Fakten.

Werbesprache streichen

Wörter wie „innovativ“, „einzigartig“, „führend“ oder „revolutionär“ lesen Journalisten täglich dutzendfach. Bitten Sie die KI, ihren eigenen Entwurf auf solche Begriffe zu prüfen, oder nutzen Sie das Werkzeug KI-Floskeln finden. Für die Verständlichkeit prüfen Sie Satzlänge und Lesbarkeit mit Lesbarkeit prüfen. Ein guter Pressetext lässt sich ohne Vorwissen verstehen.

Fakten prüfen

Gehen Sie die fertige Pressemitteilung Satz für Satz mit den Ausgangsinformationen durch. Stimmen Daten, Namen, Schreibweisen, Zahlen? Hat die KI Aussagen ergänzt, die so nicht belegt sind? Auch bei der Anweisung „nichts ergänzen“ kommt das vor. Warum, erklärt der Ratgeber Halluzinationen vermeiden.

Varianten für verschiedene Kanäle

Aus einer freigegebenen Pressemitteilung kann die KI weitere Fassungen erstellen: einen kurzen Beitrag für die eigene Website, Posts für soziale Netzwerke, eine Fassung für Fachmedien mit mehr Details. Tipps dazu stehen in den Ratgebern Social-Media-Posts mit KI und Blogartikel mit KI schreiben. Wichtig: Fakten in allen Varianten gleich halten.

Kennzeichnen?

Eine Pressemitteilung, die Sie redaktionell prüfen und verantworten, muss in der Regel nicht als KI-Text gekennzeichnet werden. Hinweise zu den Regeln der KI-Verordnung gibt der Ratgeber KI-Kennzeichnungspflicht; das ist keine Rechtsberatung.

Erstellt mit Unterstützung von KI, geprüft und redaktionell verantwortet von Leon Blatz. Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.

Lesbarkeit prüfenFlesch-Index und Wiener Sachtextformel für deutsche Texte, mit markierten Schachtelsätzen.
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