Stellenanzeigen mit KI schreiben: klar, fair und ansprechend
Stellenanzeigen mit KI schreiben geht schneller als vom leeren Blatt, und die Ergebnisse sind oft klarer gegliedert. Damit die Anzeige nicht klingt wie jede andere, braucht die KI konkrete Angaben zur Stelle. Und weil eine Stellenausschreibung rechtliche Folgen haben kann, prüfen Sie sie vor der Veröffentlichung sorgfältig.
Was die KI wissen muss
Sammeln Sie vor dem Prompt diese Punkte, am besten im Gespräch mit der Fachabteilung:
- Die drei bis fünf wichtigsten Aufgaben im Alltag
- Muss-Anforderungen und wünschenswerte Kenntnisse, sauber getrennt
- Was Sie bieten: Arbeitszeit, Ort, Homeoffice, Gehaltsrahmen, Weiterbildung
- Wie das Team aussieht und wie der Bewerbungsprozess abläuft
Prompt-Vorlage
Schreibe eine Stellenanzeige für die Position „Sachbearbeitung
Buchhaltung (m/w/d)“ in Teilzeit, 25 Stunden.
Aufbau: kurzer Einstieg zum Unternehmen, Aufgaben, Anforderungen
(Muss und Kann getrennt), Angebot, Ablauf der Bewerbung.
Ton: sachlich, freundlich, Sie-Form.
Verwende geschlechtsneutrale Formulierungen.
Vermeide Altersbezüge wie „junges Team“ und Floskeln wie
„flache Hierarchien“, wenn sie nicht belegt sind.
Angaben: ...
AGG-Fallen erkennen
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet Benachteiligungen etwa wegen Alter, Geschlecht oder Herkunft. Auch KI-Texte können solche Formulierungen enthalten, weil sie aus vielen bestehenden Anzeigen gelernt haben. Achten Sie besonders auf:
- „junges, dynamisches Team“ oder „Berufseinsteiger“ ohne sachlichen Grund
- „Muttersprache Deutsch“ statt „sehr gute Deutschkenntnisse“
- Nur männliche oder nur weibliche Berufsbezeichnungen
- Anforderungen an körperliche Eigenschaften, die für die Stelle nicht nötig sind
Lassen Sie die KI ihren eigenen Entwurf gezielt auf solche Stellen prüfen. Das ersetzt keine Rechtsberatung, findet aber viele Probleme vor der Veröffentlichung.
Verständlich schreiben
Viele Stellenanzeigen sind voller Fachbegriffe und langer Sätze. Wer Menschen erreichen will, die nicht aus der Branche kommen, sollte einfacher schreiben. Der Einfache-Sprache-Prüfer zeigt lange Sätze und schwierige Wörter. Übliche Werbefloskeln findet das Werkzeug KI-Floskeln finden.
Mehrere Kanäle bedienen
Aus einer fertigen Anzeige erzeugt die KI schnell Varianten: eine Kurzfassung für Social Media, einen Text für die Karriereseite, Stichpunkte für Jobbörsen mit Zeichenlimit. Geben Sie dabei immer die Zeichengrenze an und kontrollieren Sie, dass Gehaltsangaben und Arbeitszeit in allen Versionen gleich sind.
KI auch im weiteren Bewerbungsprozess?
Das Schreiben der Anzeige ist unkritisch. Anders sieht es aus, wenn KI Bewerbungen sortiert oder bewertet: Solche Systeme können nach der KI-Verordnung als Hochrisiko-KI gelten, und der Betriebsrat hat Mitbestimmungsrechte. Mehr dazu im Ratgeber KI im Bewerbungsprozess und in KI und Betriebsrat.
Eine Vorlage für alle Stellen
Wenn Ihr Unternehmen regelmäßig Stellen ausschreibt, lohnt sich eine feste Vorlage: ein Prompt mit dem Unternehmensporträt, den Standardleistungen und dem gewünschten Ton, in den nur noch die Angaben zur jeweiligen Stelle eingesetzt werden. So klingen alle Anzeigen einheitlich, und die Fachabteilung muss nur die Aufgaben und Anforderungen liefern. Ergänzen Sie in der Vorlage eine Liste verbotener Formulierungen, die bei Ihnen schon einmal Ärger gemacht haben. Mit dem Werkzeug Serien-Prompts mit Platzhaltern lässt sich eine solche Vorlage bequem ausfüllen.
Erstellt mit Unterstützung von KI, geprüft und redaktionell verantwortet von Leon Blatz. Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.