Kostenlose KI-Tools: Was sie können und wo ihre Grenzen liegen
Kostenlose KI-Tools sind besser als ihr Ruf: Die Gratisversionen von ChatGPT, Claude, Gemini und Microsoft Copilot bieten Zugang zu leistungsfähigen Modellen und reichen für viele Alltagsaufgaben aus. Die Grenzen liegen weniger in der Qualität einzelner Antworten als bei Nutzungsmengen, Funktionen und vor allem beim Datenschutz.
Was die Gratisversionen bieten
- Chat mit einem aktuellen, oft etwas kleineren Modell
- Websuche für aktuelle Informationen
- Hochladen von Dateien und Bildern, mit Grenzen
- Bilderzeugung bei einigen Anbietern, mit wenigen Bildern pro Tag
- Apps für Smartphone und Rechner
Für gelegentliche Fragen, kurze Texte, Erklärungen und Übersetzungen genügt das in vielen Fällen.
Die typischen Grenzen
- Nutzungsgrenzen: Nach einer bestimmten Zahl an Nachrichten wird auf ein kleineres Modell umgeschaltet oder die Nutzung pausiert für einige Stunden. Die Grenzen nennen die Anbieter oft nicht genau und ändern sie bei hoher Last.
- Schwächere oder weniger Modelle: Die stärksten Modelle und die längsten Denkzeiten sind meist den Abos vorbehalten.
- Weniger Funktionen: Projekte, eigene Assistenten, lange Dokumente, Agentenfunktionen oder Programmierwerkzeuge fehlen oder sind stark begrenzt.
- Kleineres Kontextfenster: Lange Dokumente passen nicht oder nur in Teilen hinein. Was hineinpasst, zeigt der Kontextfenster-Rechner.
Der wichtigste Punkt: Datenschutz
Bei kostenlosen Angeboten zahlen Sie häufig mit Daten. Bei mehreren Anbietern können Eingaben in Gratisversionen zum Training der Modelle genutzt werden, sofern Sie das nicht in den Einstellungen abschalten. Ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung ist für private Konten nicht vorgesehen. Daraus folgt:
- Keine personenbezogenen Daten von Kunden, Mitarbeitenden oder Patienten eingeben.
- Keine Geschäftsgeheimnisse, Verträge oder internen Zahlen.
- Die Trainingsnutzung in den Einstellungen prüfen und wenn möglich abschalten.
Wer Texte trotzdem nutzen will, kann Namen und Kennungen vorher mit dem Anonymisierer entfernen. Hintergründe stehen in ChatGPT und Datenschutz.
Kostenlose KI im Unternehmen
Viele Beschäftigte nutzen private Gratiskonten auch für die Arbeit, oft ohne Wissen des Arbeitgebers. Das ist ein Risiko für den Datenschutz. Besser ist eine klare Regel: welche Werkzeuge erlaubt sind und welche Daten hinein dürfen. Eine Vorlage erstellt der KI-Richtlinie-Generator. Für die Arbeit mit Firmendaten eignen sich Business-Tarife oder Microsoft 365 Copilot Chat im Firmenkonto.
Kostenlose API-Stufen
Auch für Entwickler gibt es Gratisangebote, etwa die kostenlose Stufe der Gemini-API in Google AI Studio. Sie eignen sich zum Ausprobieren, haben aber enge Grenzen und andere Datenschutzbedingungen als die bezahlte Stufe. Mehr dazu in Gemini-API-Kosten.
Wann sich ein Abo lohnt
Ein Abo lohnt sich, wenn Sie regelmäßig an die Grenzen stoßen, die stärksten Modelle brauchen oder Funktionen wie Projekte und lange Dokumente nutzen. Die Einstiegsabos kosten in Deutschland laut Anbietern zwischen 7,99 Euro (ChatGPT Go) und rund 22 bis 23 Euro im Monat (ChatGPT Plus, Claude Pro, Google AI Pro). Ob ein Abo oder die nutzungsbasierte API für Sie günstiger ist, zeigt Abo oder API; die Abwägung für ChatGPT beschreibt Lohnt sich ChatGPT Plus.
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