Deep Research erklärt: Wie KI-Recherche-Agenten ausführliche Berichte erstellen
Deep Research ist eine Funktion mehrerer KI-Assistenten, bei der ein Recherche-Agent selbstständig das Web durchsucht, viele Quellen liest und daraus einen ausführlichen Bericht mit Quellenangaben erstellt. Statt in Sekunden zu antworten, arbeitet der Agent einige Minuten oder länger. Solche Funktionen gibt es unter anderem in ChatGPT, Gemini, Claude und Perplexity.
Wie Deep Research arbeitet
- Auftrag verstehen: Der Assistent stellt oft Rückfragen, um das Ziel einzugrenzen.
- Recherche planen: Das Thema wird in Teilfragen zerlegt.
- Suchen und lesen: Der Agent sucht im Web, öffnet Seiten und PDFs, liest sie und sucht bei Lücken weiter.
- Abwägen: Widersprüche zwischen Quellen werden erkannt und, im besten Fall, benannt.
- Bericht schreiben: Die Ergebnisse werden gegliedert zusammengefasst, mit Verweisen auf die Quellen.
Technisch steckt ein Reasoning-Modell mit Werkzeugen für Suche und Seitenabruf dahinter, das in einer Schleife arbeitet, wie ein Agent. Grundlagen dazu unter Was sind KI-Agenten?
Wofür sich KI-Recherche eignet
- Marktüberblicke: Anbieter, Produkte, Preise und Unterschiede
- Einarbeitung in ein neues Fachthema
- Zusammenstellen von Studien und Fachartikeln zu einer Frage
- Vergleich von Regeln oder Förderprogrammen in verschiedenen Ländern
- Vorbereitung auf Gespräche mit Kunden oder Partnern
Im Unterschied zu einer normalen Chat-Antwort mit Websuche geht Deep Research deutlich mehr Quellen durch und erstellt einen strukturierten Bericht. Für schnelle Faktenfragen ist das überdimensioniert. Wann welcher Weg passt, beschreibt der Ratgeber KI für Recherche.
Wo Fehler lauern
- Schwache Quellen: Der Agent wertet Werbeseiten, Foren oder veraltete Artikel manchmal wie seriöse Quellen.
- Falsche Zuordnung: Eine Aussage steht im Bericht mit Quellenverweis, die Quelle sagt aber etwas anderes.
- Lücken: Inhalte hinter Bezahlschranken oder in Datenbanken findet der Agent oft nicht.
- Scheinbare Vollständigkeit: Ein langer, gut gegliederter Bericht wirkt gründlich, auch wenn wichtige Aspekte fehlen.
Quellenprüfung bleibt deshalb Ihre Aufgabe: Öffnen Sie bei wichtigen Aussagen die angegebene Quelle und lesen Sie die Stelle selbst. Mehr dazu unter Halluzinationen vermeiden.
So formulieren Sie einen guten Auftrag
Recherchiere den aktuellen Stand zu [Thema] für [Zielgruppe].
Ziel: [Entscheidung, die vorbereitet werden soll].
Berücksichtige vor allem: [Aspekte].
Bevorzuge Primärquellen (Behörden, Hersteller, Studien),
nur Quellen ab [Jahr]. Kennzeichne unsichere oder
widersprüchliche Angaben. Ergebnis: Bericht mit
Zusammenfassung am Anfang und Quellenliste.
Der Recherche-Prompt-Generator hilft, solche Aufträge vollständig zu formulieren.
Datenschutz und Kosten
Geben Sie keine vertraulichen Firmendetails in Recherche-Aufträge, wenn der Tarif keine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung vorsieht. Deep Research ist rechenintensiv; in vielen Tarifen ist die Zahl der Berichte pro Monat begrenzt. Über die API fallen viele Tokens für gelesene Seiten an.
Bericht weiterverarbeiten
Ein Deep-Research-Bericht ist ein Ausgangspunkt, kein fertiges Ergebnis. Lassen Sie sich im Anschluss eine kurze Fassung für Entscheider erstellen, markieren Sie offene Fragen und prüfen Sie die drei bis fünf wichtigsten Aussagen selbst. Für Zusammenfassungen eignet sich der Zusammenfassungs-Prompt-Generator.
Erstellt mit Unterstützung von KI, geprüft und redaktionell verantwortet von Leon Blatz. Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.