Autonome Agenten in Copilot Studio: Auslöser, Kosten und Kontrolle
Autonome Agenten in Copilot Studio warten nicht auf eine Frage im Chat, sondern starten selbst, wenn ein Ereignis eintritt: eine neue E-Mail, ein neuer Eintrag in einer Liste, eine Datei in einem Ordner oder ein fester Zeitplan. Sie können damit Abläufe übernehmen, die bisher jemand manuell angestoßen hat.
Wie autonome Agenten arbeiten
- Auslöser: Ein Ereignis aus einem Konnektor oder ein Zeitplan startet den Agenten und übergibt Daten, etwa den Inhalt einer Mail.
- Planung: Mit generativer Orchestrierung entscheidet der Agent anhand seiner Anweisungen, welche Wissensquellen und Werkzeuge er nutzt.
- Aktion: Er legt etwa ein Ticket an, schreibt eine Antwort, aktualisiert einen Datensatz oder benachrichtigt eine Person.
- Protokoll: Jeder Lauf ist in der Aktivitätsübersicht nachvollziehbar.
Eine Anleitung zum ersten Agenten mit Auslöser bietet Autonomen Agenten mit Auslöser erstellen.
Geeignete Aufgaben
- Eingehende Anfragen in einem Funktionspostfach sortieren und an die richtige Stelle weiterleiten.
- Neue Rechnungen oder Formulare auslesen und Daten vorbereiten.
- Bei neuen Einträgen in einer Liste Unterlagen zusammenstellen.
- Regelmäßige Berichte aus mehreren Quellen erstellen.
Weniger geeignet sind Aufgaben mit großer Tragweite ohne menschliche Prüfung, etwa Zahlungen, Vertragsänderungen oder Nachrichten an viele Kunden.
Kosten
Autonome Agenten verbrauchen grundsätzlich Copilot Credits, auch wenn die Beteiligten eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz haben. Jeder Lauf kann mehrere generative Antworten (2 Credits), Aktionen (5 Credits) und gegebenenfalls Inhaltsverarbeitung kosten. Rechenbeispiel: Ein Agent, der täglich 200 Mails verarbeitet und je Mail zwei generative Schritte und eine Aktion braucht, verbraucht rund 1.800 Credits am Tag, im Monat mit 22 Arbeitstagen knapp 40.000. Ihre eigene Rechnung erstellt der Copilot-Studio-Kostenrechner; die Preise erklärt Copilot Studio Lizenzen.
Kontrolle und Sicherheit
- Mensch in der Schleife: Für folgenreiche Schritte eine Freigabe einbauen, etwa eine Genehmigung per Teams.
- Wenige Werkzeuge: Der Agent bekommt nur, was er für die Aufgabe braucht.
- Fremde Inhalte: Mails von außen können versteckte Anweisungen enthalten. Der Agent sollte darauf nicht mit Aktionen reagieren können, die Schaden anrichten.
- Grenzen für Läufe: Auslöser so filtern, dass nicht jede Mail einen Lauf startet.
- Überwachung: Läufe und Verbrauch regelmäßig prüfen und Warnungen einrichten.
Mehr zu Schutzmaßnahmen steht in Sicherheit in Copilot Studio und KI-Agenten absichern.
Einführen in kleinen Schritten
Starten Sie im Entwurfsmodus: Der Agent bereitet vor, ein Mensch prüft und sendet. Erst wenn die Ergebnisse über Wochen stimmen, übernehmen Sie einzelne Schritte vollständig automatisch. So bleibt nachvollziehbar, wo der Agent zuverlässig ist und wo nicht.
Verantwortung klären
Ein autonomer Agent handelt ohne direkten Auftrag eines Menschen. Legen Sie deshalb vor dem Start fest, wer für den Agenten verantwortlich ist, wer bei Fehlern informiert wird und wie er schnell abgeschaltet werden kann. Dokumentieren Sie Zweck, Auslöser, Werkzeuge und Freigaben in einem kurzen Steckbrief; eine Vorlage bietet der Agenten-Steckbrief.
Prüfen Sie außerdem regelmäßig, ob der Agent noch gebraucht wird. Ein vergessener autonomer Agent verbraucht weiter Credits und bleibt ein mögliches Einfallstor.
Erstellt mit Unterstützung von KI, geprüft und redaktionell verantwortet von Leon Blatz. Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.