Prompts für Brainstorming: Mehr und bessere Ideen mit KI
Prompts für Brainstorming sollen mehr leisten als eine Liste mit den zehn naheliegendsten Einfällen. Sprachmodelle neigen dazu, das Wahrscheinliche vorzuschlagen. Mit den richtigen Vorgaben bringen Sie sie dazu, Perspektiven zu wechseln, Einschränkungen kreativ zu nutzen und Ideen anschließend auch kritisch zu bewerten.
Warum die ersten Ideen oft langweilig sind
Ein Modell erzeugt Text nach Wahrscheinlichkeit. Die häufigsten Antworten zu einem Thema stehen deshalb ganz oben. Das ist nützlich, um das Offensichtliche schnell abzuhaken, aber selten der Durchbruch. Gute Brainstorming-Prompts zwingen das Modell bewusst weg vom Durchschnitt.
Fünf Techniken für bessere Ideen
- Menge vor Qualität: „Nenne 30 Ideen, auch absurde. Bewerte noch nichts.“ Unter vielen Ideen sind eher ungewöhnliche.
- Perspektiven wechseln: „Wie würden ein Kind, eine Ingenieurin und ein Konkurrent das Problem lösen?“
- Einschränkungen setzen: „Ideen, die kein Budget brauchen“ oder „Lösungen ohne Software“.
- Umkehrung: „Wie könnten wir das Problem absichtlich verschlimmern?“ Aus den Antworten lassen sich Gegenmaßnahmen ableiten.
- Bekanntes ausschließen: „Diese Ideen haben wir schon: … Nenne nur neue Ansätze.“
Eine Vorlage für Brainstorming mit KI
Wir suchen Ideen, wie unser Café mehr Gäste am Vormittag gewinnt.
Rahmen: Budget unter 500 Euro, 2 Mitarbeitende, Lage in einer Kleinstadt.
Schon versucht: Rabattkarte, Instagram-Posts.
Schritt 1: Nenne 20 sehr unterschiedliche Ideen, je ein Satz.
Schritt 2: Gruppiere sie in Themen.
Schritt 3: Wähle die 3 Ideen mit dem besten Verhältnis von
Aufwand zu Wirkung und begründe kurz.
Die Trennung in Sammeln, Ordnen und Bewerten entspricht klassischen Kreativitätstechniken. Wer die Schritte lieber in getrennten Prompts ausführt, behält mehr Kontrolle; siehe Prompt-Chaining.
Temperatur und Modellwahl
Über die API lässt sich mit dem Parameter Temperatur steuern, wie stark ein Modell von der wahrscheinlichsten Antwort abweicht. Höhere Werte bringen mehr Vielfalt, aber auch mehr Unsinn. Wie sich das auswirkt, zeigt der Temperatur-Simulator; die Theorie erklärt der Ratgeber Temperatur und Top-p. Nicht jedes Modell erlaubt diese Einstellung, und im Chatfenster ist sie meist nicht sichtbar. Dort hilft es, mehrmals neu generieren zu lassen oder ausdrücklich nach „ungewöhnlichen“ Ideen zu fragen.
Ideen kritisch prüfen lassen
KI ist auch ein brauchbarer Kritiker. Nach dem Sammeln fragen Sie: „Was spricht gegen jede der drei Ideen? Welche Annahme müsste stimmen, damit sie funktioniert?“ So erkennen Sie Schwachstellen, bevor Sie Zeit investieren. Für eine strukturierte Bewertung mit festen Kriterien eignet sich das Bewertungsraster.
Im Team brainstormen
Im Workshop kann die KI als zusätzlicher Teilnehmer dienen: Die Gruppe sammelt zuerst eigene Ideen, danach ergänzt das Modell, und am Ende entscheidet das Team. So wird die KI nicht zur Abkürzung, die das eigene Denken ersetzt. Weitere Einsatzideen für den Arbeitsalltag finden Sie unter Prompt-Vorlagen.
Halten Sie die Ergebnisse fest: Eine kurze Liste mit den ausgewählten Ideen, den Gründen für die Auswahl und den verworfenen Alternativen hilft, wenn das Thema Monate später erneut aufkommt. Sie können die KI auch bitten, das Brainstorming in diesem Format zusammenzufassen.
Erstellt mit Unterstützung von KI, geprüft und redaktionell verantwortet von Leon Blatz. Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.