Open-Source-Lizenz wählen

Open-Source-Lizenz wählen: MIT, Apache-2.0, GPL, LGPL, MPL-2.0, BSD, AGPL und Unlicense im Vergleich von Rechten und Pflichten, mit Empfehlung und Lizenztext-Generator.

Welche Lizenz passt?

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LizenzTypKommerziellÄndernVerteilenPatentrechteLizenz und Hinweis beilegenÄnderungen kennzeichnenQuellcode offenlegenGleiche LizenzNetzwerknutzung zählt
MIT License
MIT
freizügigJaJaJanicht ausdrücklichJaNeinNeinNeinNein
BSD 2-Clause
BSD-2-Clause
freizügigJaJaJanicht ausdrücklichJaNeinNeinNeinNein
BSD 3-Clause
BSD-3-Clause
freizügig, kein Werben mit NamenJaJaJanicht ausdrücklichJaNeinNeinNeinNein
Apache License 2.0
Apache-2.0
freizügig mit PatentklauselJaJaJaJaJaJaNeinNeinNein
Mozilla Public License 2.0
MPL-2.0
schwaches CopyleftJaJaJaJaJaNeingeänderte Dateienauf DateiebeneNein
GNU LGPL v3
LGPL-3.0-or-later
schwaches CopyleftJaJaJaJaJaJadie Bibliothekfür die BibliothekNein
GNU GPL v3
GPL-3.0-or-later
starkes CopyleftJaJaJaJaJaJaJaJaNein
GNU AGPL v3
AGPL-3.0-or-later
starkes Copyleft inkl. NetzwerkJaJaJaJaJaJaJaJaJa
The Unlicense
Unlicense
gemeinfrei-WidmungJaJaJanicht ausdrücklichNeinNeinNeinNeinNein

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Lizenztext

Keine Rechtsberatung. Die Übersicht vereinfacht die Lizenzbedingungen; verbindlich ist allein der Lizenztext. Im Zweifel, etwa bei Firmenprodukten oder Lizenzwechseln, fragen Sie eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für IT-Recht.

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Open-Source-Lizenz wählen: die wichtigsten Unterschiede

Eine Open-Source-Lizenz legt fest, was andere mit Ihrem Code tun dürfen und welche Bedingungen sie einhalten müssen. Ohne Lizenz gilt in Deutschland das volle Urheberrecht: Andere dürfen den Code ansehen, aber nicht verwenden, ändern oder weitergeben. Wer eine Lizenz wählen möchte, entscheidet vor allem eine Frage: Soll Copyleft gelten, also sollen veränderte Fassungen wieder unter derselben Lizenz offengelegt werden, oder darf Ihr Code auch in geschlossener Software landen?

Freizügige Lizenzen wie die MIT-Lizenz, BSD und ISC verlangen nur, dass Copyright-Hinweis und Lizenztext erhalten bleiben. Die Apache 2.0 Lizenz ergänzt eine ausdrückliche Patentlizenz und die Pflicht, Änderungen zu kennzeichnen. Bei GPL vs MIT liegt der Unterschied im starken Copyleft: Wer GPL-Code in eigener Software verteilt, muss deren Quellcode ebenfalls unter der GPL bereitstellen. Die LGPL und die MPL 2.0 sind Mittelwege, die AGPL schließt zusätzlich die Nutzung über ein Netzwerk ein.

Der Generator erzeugt die LICENSE-Datei für MIT, BSD und ISC mit Jahr und Rechteinhaber, den Apache-Hinweis für Dateiköpfe und SPDX-Kopfzeilen. Den vollständigen Text von Apache, GPL, LGPL, MPL und AGPL laden Sie unverändert von der Website des jeweiligen Herausgebers. Eine Besonderheit: Die Unlicense will Code gemeinfrei machen; nach deutschem Recht kann man auf das Urheberrecht nicht verzichten. Sie enthält deshalb eine Rückfall-Lizenz. Wer wirklich keine Bedingungen stellen will, wählt oft auch 0BSD oder MIT.

Anleitung: Open-Source-Lizenz in 4 Schritten

  1. Unter „Welche Lizenz passt?“ beantworten, ob und wie weit Copyleft gelten soll.
  2. Angeben, ob eine ausdrückliche Patentlizenz oder ein kurzer Text wichtig ist, und Empfehlung sowie Vergleichstabelle ansehen.
  3. Unter „Lizenztext erzeugen“ eine Vorlage wählen und Jahr sowie Rechteinhaber eintragen.
  4. Für SPDX-Kopfzeilen Lizenz und Kommentarzeichen wählen, dann den Lizenztext kopieren oder als Datei LICENSE herunterladen.

Typische Anwendungsfälle

  • Neues GitHub-Projekt: in wenigen Minuten eine LICENSE-Datei mit MIT- oder BSD-Text anlegen.
  • Bibliothek veröffentlichen, die auch in geschlossener Software genutzt werden darf, deren Verbesserungen aber offen bleiben sollen.
  • Quelldateien mit einheitlichen SPDX-Kopfzeilen versehen, damit Prüfwerkzeuge die Lizenz automatisch erkennen.
  • Für einen Webdienst abwägen, ob die AGPL nötig ist, damit auch Betreiber gehosteter Fassungen den Quellcode offenlegen.
Fragen

Häufige Fragen

Welche Open-Source-Lizenz ist die richtige für mich?

Wenn jeder Ihren Code frei nutzen soll, auch in kommerzieller geschlossener Software, passt eine freizügige Lizenz wie MIT oder Apache 2.0. Sollen Verbesserungen wieder offen sein, wählen Sie eine Copyleft-Lizenz: MPL 2.0 auf Dateiebene, LGPL für Bibliotheken, GPL für Programme und AGPL für Webdienste.

Was ist der Unterschied zwischen GPL und MIT?

Die MIT-Lizenz erlaubt fast alles, solange Copyright-Hinweis und Lizenztext erhalten bleiben; der Code darf in geschlossene Software einfließen. Die GPL verlangt, dass Software, die GPL-Code enthält und weitergegeben wird, als Ganzes unter der GPL mit Quellcode verteilt wird (Copyleft).

Was bedeutet Copyleft?

Copyleft heißt, dass abgeleitete Werke unter derselben Lizenz weitergegeben werden müssen. Starkes Copyleft (GPL, AGPL) erfasst das gesamte Programm, schwaches Copyleft (LGPL, MPL) nur die Bibliothek oder die geänderten Dateien.

Warum ist die Apache 2.0 Lizenz bei Firmen beliebt?

Sie ist freizügig wie MIT, enthält aber eine ausdrückliche Patentlizenz der Beitragenden und eine Klausel, die diese Lizenz bei Patentklagen beendet. Das schafft Rechtssicherheit. Apache 2.0 ist mit GPL 3 vereinbar, nicht aber mit GPL 2.

Ist diese Seite eine Rechtsberatung?

Nein. Die Übersicht vereinfacht und ersetzt keine Prüfung im Einzelfall. Maßgeblich ist der vollständige Lizenztext. Bei Fragen zu Kombination, Lizenzwechsel oder Firmenrichtlinien wenden Sie sich an eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für IT-Recht.

Was ist eine SPDX-Kopfzeile?

Ein kurzer Kommentar am Anfang einer Quelldatei wie // SPDX-License-Identifier: MIT. Er nennt die Lizenz als maschinenlesbare Kennung, sodass Werkzeuge zur Lizenzprüfung sie zuverlässig erkennen.

Was gilt, wenn mein GitHub-Projekt keine Lizenz hat?

Dann gilt das volle Urheberrecht: Andere dürfen den Code ansehen und auf GitHub forken, ihn aber nicht in eigenen Projekten verwenden, ändern oder weitergeben. Wer Nutzung und Beiträge möchte, legt eine LICENSE-Datei an.

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